Thema: Krisenpolitik im Euroland | Veröffentlicht: 11.04.2013 | Geändert: 12.04.2013

GERECHTIGKEIT IM KAPITALISMUS | HER MIT EURER KOHLE

Bankenrettungen kosten Geld, also her damit Eine weltweite Hexenjagt auf Privatvermögen, ob legal oder illegal, hat begonnen. Die Staaten sind alle bis zur Halskrause oder darüber verschuldet und können die immensen Summen, die für weitere Bankenrettungen notwendig sind, nicht mehr aufbringen, beziehungsweise politisch nicht mehr vertreten, schliesslich wollen sie wiedergewählt werden.

Nach dem erfolgreichen Testlauf in Zypern plant die EU nun ein Gesetz, dass den Zugriff auf die privaten Bankkonten regeln soll. Am Freitag werden sich die EU-Finanzminister in Dublin treffen und über den Gesetzesentwurf diskutieren. Im großen und ganzen ist man sich einig, nur über die Höhe der Beteiligung der kleinen Sparer besteht noch kein Konsens. Wenn aber die Beträge der großen Einleger nicht genügen, dann sollen auch die kleinen Sparer zur Bankenrettung hinzugezogen werden, am Ende werden alle bluten müssen.

Indem man pauschal alle die mehr als 100.000,- Euro an Vermögen besitzen als “Reiche” bezeichnet und als verdächtig diskreditiert nicht auf legalem Wege zu so “viel” Geld gekommen zu sein, glaubt man die Unterstützung der breiten Masse zu haben. Man macht uns vor, etwas gegen die Steuerflucht der Vermögenden zu unternehmen, wenn man eine der weltweit etwa 140 Steueroasen aushebt. Man facht in Deutschland eine Neiddebatte an und trifft damit genau den Nerv einer immer ärmer werdenden Unterschicht. Man verkauft uns die Enteignung der sogenannten “Reichen” als sozial notwendiges Mittel um den ausrufenden Kapitalismus zu bekämpfen und viele freuen sich darüber, dass es den Vermögenden endlich an den Kragen geht.

Der kleine Mann, vor allem derjenige, für den ein Betrag von 100.000,- Euro schon jenseits seiner Vorstellungskraft liegt, jubelt und vergißt dabei, dass Vermögen nicht gleich Vermögen ist. Selbst ein durchschnittlicher Hartz IV Empfänger ist nach 12 Jahren schon bei einer Summe 100.000,- Euro angekommen. Wenn jemand 20 Jahre lang eine Rente von monatlich 1.500,- Euro bekommt, nicht gerade viel nach einem arbeitsamen Leben, macht das in der Summe 360.000,- Euro. Wenn ein kleiner Selbständiger diese Summe angespart hat, um seinen Lebensabend recht genügsam bestreiten zu können, ist er nun vermögend, weil er 360.000,- Euro auf der Bank liegen hat?

Oder sind diejenigen reich, die eine Eigentumswohnung oder ein kleines Haus im Wert von etwa 300.000,- Euro besitzen, für die sie ihr Leben lang gespart haben? Ein kleines mittelständiges Unternehmen mit 30 Mitarbeitern muss monatlich weit über 100.000,- Euro vorhalten, auf einem Bankkonto natürlich, um seine laufenden Kosten wie Gehälter, Miete, Energie, usw. bestreiten zu können. Ist diese kleine Firma deshalb reich?

Hier werden die 50% der Bevölkerung, die nur 1% des gesamten Vermögens in Deutschland besitzen, gegen diejenigen aufgehetzt, die mehr besitzen. Im Rausch der sozialistischen Vermögensverteilung werden aber gleich mehrere und ganz wichtige Faktoren aussen vor gelassen:

EU-GesetzgebungEs wird mit der neuen EU-Gesetzgebung Tür und Tor zu unser aller Bankkonten geöffnet und der so legalisierte Raubzug gegen die Bürger kann beginnen, dessen Opfer wir alle werden, letztlich auch Omas Sparbuch.

BankengeheimnisDas Bankengeheimnis ist schon jetzt keinen Pfifferling mehr wert. Alles wird offen gelegt werden und jeder blödsinnige EU-Beamte wird unsere Salden kennen. Wir werden keinen Cent mehr haben, von dem der Staat nichts weiss.

GrundrechteSeit 2008 wird von den Staaten der EU, und von der Institution selbst, in verstärktem Maße gegen Verträge und Verfassungsgesetze verstossen und die Demokratie mit Füßen getreten. Was nun aber auf uns zukommt gleicht einem Ermächtigungsgesetz. Es wird eines der wichtigsten Grundrechte in einer demokratischen Republik ausser Kraft gesetzt, das Recht auf Eigentum.

BankenDas von den Bürgern geklaute Geld kommt denjenigen zu gute, die diese Krise verursacht haben, den Staaten, Banken, Hedgefonds und Großkonzernen. Eine weitere und radikalisierte Form der Enteignung wird geschaffen, um damit die Sparguthaben und Vermögen den Mächtigen zu übereignen.

EU-GesetzKeinen der Superreichen wird das neue EU-Gesetz betreffen, dazu sind sie viel zu mächtig. Sie werden, wie immer in der Geschichte, nicht nur ihre Vermögen in Sicherheit bringen können, sondern auch noch davon profitieren.

Jetzt mal Klartext

Die Kreditgeldparty, die seit 1971 läuft, kommt nun an ihr vorhersehbares Ende. Das hochverschuldete System aus Staaten und Banken kämpft, wie man spätestens seit Zypern sieht, mit allen Mitteln gegen ihren unaufhaltsamen Untergang. Das nun diejenigen, die am meisten davon provitiert haben von uns allen “gerettet” werden sollen wird weder seinen Zusammenbruch verhindern, noch ist es neu in der Geschichte.

Als finanziell betrachtet kleiner Mann, wie ich einer bin, würde man es gerne sehen, wenn die Vermögen in der Welt gerechter verteilt würden, aber hier wird uns das nur vorgemacht. Es wird unser Sinn für mehr Gerechtigkeit auf sehr clevere Art und Weise dazu benutzt, uns zu bestehlen und unsere Freiheit einzuschränken. Denn ist erst einmal der kleine und mittlere Stand vollends verarmt, dann gibt es nur noch große, global agierende Konzerne, Banken und Hedgefonds, die über uns bestimmen.

Zitate

“Das Sondereigentum schafft eine staatsfreie Sphäre des Individuums, es setzt dem Auswirken des obrigkeitlichen Willens Schranken, es läßt neben und gegen die politische Macht andere Mächte aufkommen. Das Sondereigentum wird damit zur Grundlage aller staats- und gewaltfreien Lebensbetätigung, zum Pflanz- und Nährboden der Freiheit, der Autonomie des Individuums und in weiterer Folge aller fortschreitenden Entwicklung des Geistigen und des Materiellen.”
Ludwig Mises

“Wenn das Eigentum mehr und mehr zum prekären Besitz herabsinkt, der von der Willkür der Verwaltung oder von der Gnade des Stimmzettels abhängig ist, wenn es zu einer Geisel in der Hand der Eigentumslosen oder Minderbesitzenden wird, wenn es aufhört, eines der selbstverständlichen und elementaren Rechte zu sein, das keiner anderen Begründung als der des Rechtes selbst bedarf, dann ist das Ende einer freien Gesellschaft abzusehen.”

Wilhelm Röpke


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