Thema: Krisenpolitik im Euroland | Veröffentlicht: 03.04.2013 | Geändert: 18.04.2013

HOLT EUER GELD VON DER BANK | DIE BANKGUTHABEN SIND NICHT MEHR SICHER

Ein Blick hinter die Fassade der europäischen Banken Wer glaubt, so ein Haircut wie in Zypern könnte bei uns nicht passieren, ist entweder zuwenig informiert oder einfach nur naiv.

Lasst Euch von dem schönen äusseren Schein der Banken nicht täuschen. In Wirklichkeit sieht es in den Banken so aus. Und würdet Ihr dort Euer Geld deponieren?Banken

Hier wurde eine Form der Schuldenbefreiung für Eurostaaten getestet, die nun als Vorlage für weitere Massnahmen in überschuldeten Euroländern dienen wird. Die Enteignung der Sparer wird in Zukunft ein fester Bestandteil der Geldpolitik im Euroland sein. Klaas Knot, der Präsident der Niederländischen Zentralbank, versicherte am 30.03.13 den Sparern in Europa, dass ihre Einlagen bei einem Banken-Crash sicher zur Rettung herangezogen werden. Die Enteignung von privaten Bank-Guthaben, so Knot, wird künftig Teil der “europäischen Liquidierungs-Politik sein”.

Die EZB will, dass die Banken ihre Bilanzen in Ordnung bringen und das geht nur mit den Guthaben ihrer Kunden. Der einfache Sparer sollte sich also nun gut überlegen, wie viel Geld er auf welcher Bank belassen will. Es gibt Expertenmeinungen, nach denen es nur deshalb noch nicht zu einem stärkeren Bankenrun gekommen ist, weil die Masse sich dieser Realität einfach verweigert. Es wird einem aber auch nicht leicht gemacht, deshalb, schauen wir uns doch einmal den Sand genauer an, der uns in die Augen gestreut wird.

Man bittet nur die Reichen zur Kasse

Über das Argument, gerade in Zypern würde man die Reichen so zur Kasse bitten, kann ich nur bitter lachen, denn die Reichen haben es in der Vergangenheit stets geschafft, ihre Vermögen zu retten. Im Fall von Zypern wurde das meiste Kapital schon im Februar aus dem Pleiteland geschafft. Und diejenigen, die zu spät dran waren, konnten über offene Zweigstellen zypriotischer Banken in London und Russland ihr Geld doch noch retten. Soviel also dazu, man würde hier die Reichen zur Kasse bitten und auch noch etwas gegen Steuerflucht unternehmen. Für wirklich Vermögende stellt es keinerlei Problem dar, sich eine der vielen anderen Steueroasen in der Welt auszusuchen.

Man tut etwas gegen ein aufgeblähtes Bankensystem

Das auch gerne zitierte Argument, dass Bankensystem von Zypern wäre sowieso viel zu aufgebläht gewesen, ist ebenso zweifelhaft. Was ist denn zum Beispiel mit Malta und Luxemburg? Während die zypriotischen Banken letztlich sieben Mal so groß wie die Wirtschaft des Landes sind, liegt das Verhältnis im Falle Maltas bei acht zu eins und in Luxemburg ist der Bankensektor sogar 22 Mal so groß. Also entweder ist das Argument totaler Bullshit, oder hier stehen schon die nächsten Kandidaten vor der Türe des Friseurs, vielleicht trifft beides zu.

Man schützt die kleinen Sparer

Nachdem sich Zypern dazu entschlossen hat Konten unter 100.000 Euro nicht anzutasten, könnte man denken, damit wären die kleinen Leute vom Haircut befreit. Das ist aber in Wirklichkeit nicht der Fall, denn in Zypern wurden Kapitalverkehrskontrollen eingeführt, die es einem unmöglich machen, an sein Erspartes zu kommen. Man spricht in Zypern von einer Einlagensicherung, die aber dadurch zur Farce wird, wenn wir uns einmal die von der Regierung eingeführten und von der EU-Kommission als rechtens erklärten Kapitalverkehrskontrollen anschauen. Für diejenigen, die es genauer wissen wollen: laut Artikel 63 bis 65 des EU-Vertrags dürfen EU-Staaten, unter bestimmten Umständen, den freien Kapitalverkehr beschränken, wenn dies aus Gründen der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit notwendig sei.

Hier einige der wichtigsten Punkte dieser Kontrollen: Bankkunden dürfen nicht mehr als 300 Euro pro Tag abheben. Wer im Ausland Zahlungen etwa mit Kreditkarte leistet, darf einen Betrag von 5000 Euro nicht überschreiten. Überweisungen ins Ausland sind so gut wie untersagt. Wer Zypern verlässt, kann maximal 1000 Euro in bar mitnehmen. Zudem können Schecks nicht gegen Bargeld eingelöst, sondern nur auf ein Konto eingezahlt werden. Diese Art von Kapitalverkehrskontrollen in etwas abgemildeter Form gibt es ja auch schon in Griechenland (Bargeld max. 1500 Euro) und Spanien (Bargeld max. 2500 Euro). Was nützt mir also in diesem Fall eine Einlagensicherung, ich kann mein Geld trotzdem nicht in Sicherheit bringen. Es liegt immer noch bereit für einen späteren Zugriff, der ja nicht auszuschliessen ist.

Man hat in Deutschland ja eine garantierte Einlagensicherung

Aber wer garantiert mir denn diese vielgepriesene Einlagensicherheit und wie funktioniert sie bei den deutschen Banken? Gut kann ich mich noch an den Auftritt von Merkel und Eichel erinnern, als sie uns vor einigen Jahren unsere Spareinlagen garantierten. Schaut man sich den Auftritt der beiden einmal genauer an, dann sieht man, dass sie darüber schon selbst lachen mussten, denn die Einlagensicherung kann nicht garantiert werden, auch nicht von Kanzlerin und Finanzminister.

Aus dem Statut der Einlagensicherung geht eindeutig hervor, dass ein Rechtsanspruch auf die Einlagen nicht besteht! Das Geld auf der Bank ist kein geschütztes Gut, dass war es nie. Es ist ein Versprechen, dass die Bank gibt. Sie verspricht das Geld, das man ihr gegeben hat, auf Verlangen wieder an den Eigentümer zurückzugeben. Das wird uns natürlich geflissentlich verschwiegen. In unserem Giralgeldsystem (Buchgeld) bestehen Guthaben nur noch aus einer Zahl, die ohne jeden materiellen Wert ist.

Jetzt mal Klartext

Zum einen habe ich also gar keinen Rechtsanspruch auf die Einlagensicherung, zum anderen, selbst wenn ich den hätte, würde ich bei einer Kapitalverkehrskontrolle trotzdem nicht an mein Geld kommen. Sehr geschickt eingefädelt meine Damen- und Herrschaften. Man macht uns also mit der sogenannten Einlagensicherung etwas vor und beruhigt so die Massen.

Ein hoch verschuldeter Staat wird uns, spätestens wenn er zahlungsunfähig wird, immer bestehlen, dass zeigt Zypern und ein Blick in die Geschichte von Staatspleiten, von denen es zuhauf gibt. Und glaubt nicht, dass so etwas hier in Deutschland nicht gemacht wird, wenn unser Staat mit dem Rücken zur Wand steht. Deswegen, scheis... auf die spärlichen Zinsen und holt Euer Geld von der Bank. Auch wenn ihr es nur unter die Matratze legt ist es immer noch sicherer, als auf einer Bank.

Nachtrag:

Der gut gemeinte Rat von mir, dass Geld unter die Matratze zu legen, birgt auch gefahren. Bei einer Währungsreform bekämme man Probleme das Bargeld zu tauschen, kommt natürlich auch auf den Betrag an. Deshalb, dass beste wäre es, sich Edelmetalle wie Silber und Gold zu kaufen. Die verlieren nie an Wert, egal was die Mainstreammedien auch behaupten mögen. Allerdings noch ein kleiner Tip: immer unter 15.000 Euro bleiben, sonst muss der Händler den Kauf weitermelden.


Link zu einem Artikel der Deutsche Wirtschafts Nachrichten:
EU bereitet Richtlinie für Blitz-Zugriff auf Bank-Konten vor EU bereitet Richtlinie für Blitz-Zugriff auf Bank-Konten vor

nach oben

Startseite | About | Kontakt | Sitemap | Disclaimer | Impressum


Trennlinie
Trennlinie
Wir brauchen eine Revolution