Thema: Finanzmarkt Europa | Veröffentlicht: 23.01.2013

VERSTECKTE GELDSCHÖPFUNG | DER STEP-MARKT IST EINE WEITERE ZEITBOMBE

Da sagt doch einer (unter anderen ich) es gibt keinen investigativen Journalismus mehr. Die Welt hat in einem Artikel vom 6.1.2013 mit dem Titel “Die europäische Notenpresse gerät außer Kontrolle” aufgedeckt, was selbst viele Finanzfachleute nicht wussten. Es geht dabei um den versteckten Handel mit Anleihen mit einer kurzer Laufzeit, die zwischen wenigen Tagen und einem Jahr liegt.

Banken und Unternehmen schieben diese Anleihen hin und her, ohne dass offizielle Börsen zwischengeschaltet werden. Damit ist dieser europäische Markt ein unregulierter Handelsplatz. Er wird Short Term European Papers Market, kurz STEP, genannt. Schaltstelle dieses Marktes ist die französische Nationalbank Banque de France und damit sind wir schon bei den Problemen, die dieser Markt verursacht.

Der STEP-Markt unterläuft das Geldschöpfungsmonopol der EZB. Sie verliert damit weiter die Kontrolle über Geldschöpfung per Kreditvergabe und so in Folge über die Inflation. Die Anzahl der Papiere im STEP-Markt soll inzwischen bei über 4.000 Stück sein, die einen Wert von 445 Milliarden Euro besitzen. Die EZB hat in letzter Zeit schon selbst zu diesem Kontrollverlust beigetragen, nachdem sie die Ratings für Einlagen gesenkt hat.

Zehn Jahre lang mussten Staats- oder Unternehmensanleihen ein A-Rating besitzen, um von der europäischen Nationalbank akzeptiert zu werden, inzwischen reicht auch ein schwächeres Rating im BBB-Bereich. Um aber noch mehr Geld ins System pumpen zu können und marode Banken mit dringend benötigtem Geld zu versorgen ging der EZB-Rat vor einem Jahr noch weiter und erlaubte den nationalen Zentralbanken, nach eigenem Gusto auch Wertpapiere oder Kreditforderungen mit noch schlechterer Bonität anzunehmen.

Wie die EZB, mit diesen von ihr selbst mit geschaffenen Strukturen, jemals wieder in der Lage sein soll, die durch die übermässige Geldschöpfung verursachte Inflation in den Griff zu bekommen bleibt rätselhaft. Inzwischen Schulden die nationalen Zentralbanken der EZB mehr als 1300 Milliarden.

Jetzt mal Klartext

Um immer mehr Geld schaffen zu können und die eigentlich bankrotten Banken über Wasser zu halten, wird inzwischen also so gut wie jeder Mist von den Nationalbanken als Bürgschaft akzeptiert. Gehen diese Einlagenbomben hoch, werden wieder die Steuerzahler die Dummen sein und dafür haften müssen.

Es ist also nicht nur so, dass wir Pleitebanken mit Steuergeldern retten, wir leihen ihnen auch noch zusätzlich Geld, dass mit wertlosem Dreck verbürgt ist. Schlimmer geht´s nimmer. Banker zahlen sich unvorstellbar hohe Boni und leben in Saus und Braus. Bauen sie Scheisse, retten wir sie und wir finanzieren ihnen auch noch ihre Casino-Geschäfte.

Diejenigen, die sich in Euroland inzwischen wieder sicher fühlen, muss ich leider enttäuschen. Die Ruhe ist trügerisch. Spanien, Portugal und die anderen Schuldenstaaten sind faktisch pleite. Es ist nur die Ruhe vor dem Sturm, denn irgendwann wird uns der ganze Dreck um die Ohren fliegen.


Link zum Artikel “Die europäische Notenpresse gerät außer Kontrolle” in der Welt:
Notenpresse gerät außer Kontrolle Die europäische Notenpresse gerät außer Kontrolle

“FORMAT”-Interview mit dem Wirtschafsweisen Lars Feld:
Die EZB hat die Inflation nur begrenzt unter Kontrolle Die EZB hat die Inflation nur begrenzt unter Kontrolle

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